Forschungsarbeit "Verein 3.0"
Projektzeitraum: Juni 2014 - Heute (2023)
Veröffentlichungsbericht 2016-2023
Letzte Anpassung: Januar 2023
Nächste Aktualisierung: Mitte 2024
Herausgeber: Forschungsgruppe Verein 3.0
unter der Leitung von Herrn Vincent Wind



Vereine
menschlich & logisch
weitergedacht


Vorwort:

Vereine lassen sich nach ihrem Zweck und ihrer Struktur in zwei Hauptgruppen unterteilen: gesellschaftliche Vereine und wirtschaftliche Vereine.

Gesellschaftliche Vereine werden von ihren Mitgliedern selbst organisiert und verfolgen allgemein gemeinnützige und soziale Zwecke.
Wirtschaftliche Vereine haben in der Regel eine zielgruppenorientierte Zielsetzung und werden in erster Linie von ihren Mitarbeitern geführt.

Es ist zu beachten, dass diese Unterteilung nicht absolut gilt, sondern sich auch überschneiden kann. Wir konzentrieren uns in dieser Abhandlung in erster Linie auf die reinen sozialen Vereine.



Vereine:

Die Kurzdefinition eines Vereins lautet wie folgt: Ein Verein ist eine organisierte Gruppe von Personen mit mindestens einem gemeinsamen Interesse, die sich zu einem gemeinsamen Zweck zusammenschließen.


Hauptbestandteile eines Vereins

  1. Die Vereine verfügen über eine Satzung, in der insbesondere die internen Regeln festgelegt sind.

  2. Vereine haben klar definierten Strukturen und Hirarchien.

  3. Vereine werden durch die Mitglieder organisiert und verwaltet.

  4. Vereine basieren auf dem bürgerschaftlichen Engagement ihrer Mitglieder.



Was ist das Herz von einem Verein?

Zur Beantwortung dieser Frage haben wir die vier oben genannten Elemente des Vereins im Einzelnen durch andere Mittel ersetzt. Es galt zu prüfen, ob die Funktionsfähigkeit des Vereins beeinträchtigt wird, wenn die bestehenden Elemente einzeln ausgeschaltet werden.
Das Ergebnis stand nach dem Vergleich verschiedener Fallbeispiele und einigen Experimenten in den beteiligten Vereinen fest.
Wir waren in der Lage, die ersten drei der oben genannten Komponenten im laufenden Betrieb zu deaktivieren bzw. zu ersetzen, ohne die Leistung und Nutzen des Vereins für die Mitglieder zu mindern. Die "künstliche Nachbildung" dieser Elemente konnte sich in einigen Fällen sogar positiv auf die Leistung des Vereins auswirken.

Einzig das Engagement der Mitglieder konnte nicht durch andere Mittel und Lösungen ersetzt werden. Jeder Versuch, dieses Element abzuschalten oder auszutauschen, versetzte die Versuchsvereine faktisch in ein Koma. Das Engagement der Mitglieder kann durch nichts ersetzt oder erkauft werden.
Die Lebendigkeit des Vereins hängt vom Engagement seiner Mitglieder ab. Daher gilt das Engagement der Mitglieder als das Herz eines Vereins.

Hingegen war die Möglichkeit, das gewünschte Engagement zu aktivieren bzw. zu stimulieren, auf verschiedene Art und Weise umsetzbar.

Analyse der klassischen Vereine

Vereine können nach der Art ihrer Organisation in strukturelle Klassen eingeteilt werden. Auf diese Weise sind wir in der Lage, Analysen und Vergleiche zwischen den einzelnen Strukturklassen anzustellen.

Verein 1.0

Die klassischen Vereinsstrukturen, die seit mehr als 100 Jahren bekannt sind, werden im Folgenden als Verein 1.0 bezeichnet.

Ein solcher Verein besteht aus einem Vorstand, der sich aus den Vorsitzenden und weiteren einzeln gewählen Ämtern zusammensetzt. Der Vorstand trifft seine Entscheidungen über die Geschicke und den Ablauf des Vereins in Form von internen Abstimmungen. Die Mitglieder haben das Recht auf Wahl in den Vorstand im Rahmen einer Mitgliederversammlung. Im Allgemeinen funktioniert der Verein 1.0 auf der Grundlage von Wahlen und gegebenenfalls Kampfabstimmungen.

Die Vereine 1.0 haben mit der Zeit immer häufiger mit zwei Nachteilen zu kämpfen:
Erstens: Das Engagement der Mitglieder wird größtenteils für die Verwaltung und interne Organisation des Vereins aufgewendet.
Zweitens: Unterschiedliche Vorstellungen über das „WIE“ als Vorgabe für alle Mitglieder drängen den eigentlichen Zweck des Vereins oft in den Hintergrund und führen zu Frustrationen bei den Mitgliedern.

In den alten Vereinsstrukturen
wird die Energie, die durch das Engagement der Mitglieder entsteht, nur zu ca. 30 % in einen Nutzen für den Vereinszweck umgesetzt.
Der überwiegende Teil der Energie, ca.70 %, wird für den Betrieb der Maschinerie zur Vereinsorganisation und die interne Reibung verschwendet.
Gleichzeitig führen interne Reibungsverluste und mangelnde Effizienz dazu, dass die Mitglieder verschleißen und ihr Engagement nachlässt.

Diese alten Strukturen werden mit der Zeit von immer weniger Personen akzeptiert. Die meisten klassischen Vereine schrumpfen und reduzieren sich auf eine Vereinsregisternummer, sofern sie keine Strukturwandel vornehmen.
Glücklicherweise vollzieht sich der notwendige Strukturwandel in den meisten Fällen spontan von selbst. Einige Vereine haben intuitiv und durch die Erneuerung des Vorstandes einen automatischen Wandel von den alten Vereinen 1.0 zu neuen Vereinen 1.1 bis zu Vereinen 1.9 vollzogen. Um die Entwicklungsunterschiede zwischen Verein 1.0 und Verein 1.9 zusammenzufassen, haben wir zur groben Einschätzung eine Faustregel aufgestellt: Weiter entwickelte Vereine vermeiden Kampfabstimmungen oder schließen sie aus. Dies ist jedoch nicht das Entwicklungsziel, sondern ein Maßstab für den erreichten Strukturwandel im Verein.

Verein 2.0

Einige andere Vereine gehen einen Schritt weiter und öffnen sich für neue Strukturen und Umgangsformen. Damit erreichen sie das, was wir als Verein 2.0 bezeichnen. Ab dem Verein 2.0 orientieren sich die Vereine direkt an den Bedürfnissen der Mitglieder und den neuen Herausforderungen. Diese Strukturen lösen sich von traditionellen Hierarchien und ermöglichen mehr Partizipation und Mitbestimmung der Mitglieder. In vielen Fällen ist es uns gelungen, die Vereine lediglich durch flache Organisationsstrukturen von Verein 1.x zum Verein 2.0 zu transformieren, in denen Entscheidungen auf mehrere Schultern verteilt werden.


Logische Folgen

Aber wohin geht die Reise?
Eine Fülle von Informationen und Daten liefert uns die Entwicklung von Vereinen mit klassischen Strukturen über Vereine 1.5 bis hin zu Vereinen 2.0.
Daraus lässt sich ableiten, in welche Richtung sich die Gesellschaft, bezogen auf die Vereine, entwickelt.
Die Zukunft der Vereine liegt letztlich in der Konzentration auf das Wesentliche, nämlich die Bündelung des Engagements für einen bestimmten Sinn und die volle Zufriedenheit und Erfüllung aller Mitglieder.


Entstehung von Verein 3.0

Als Experiment haben wir zunächst einen imaginären „Verein 3.0“ entwickelt, in dem nur das Engagement im Mittelpunkt steht und sonst nichts.
Die Aufgabenstellung war: „Was ist der kleinstmögliche Rahmen für die Bündelung des Engagements der Menschen, die letztlich als gesellschaftlicher Nutzen (Zweck) umgesetzt werden könnten?“
Die Antwort auf diese Frage nennen wir:

Verein 3.0

„Verein 3.0“ stützt sich in seiner Struktur auf die Regeln in einem Schwarm, oder in unserem Fall auf die „kollektive Intelligenz“.
Mit dem Konzept wird eine neue Struktur geschaffen in der mehrere Personen in die Lage versetzt werden, als eine effektive Gruppe zu agieren, ohne eine Führung oder Hierarchie zu haben; eben wie ein Schwarm.


Update 2019: Die Theorie des Vereins 3.0 hat in der Zwischenzeit konkrete Formen angenommen. In einem Feldversuch wird seit 2016 der weltweit 1. Verein 3.0 getestet. Die Ergebnisse präsentieren sich als äußerst vielversprechend. Die Erprobung der nächsten Stufen ist für die Jahre 2023 und 2024 geplant. Ziel ist der kontinuierliche Abbau der letzten kleinen Rahmen, die dem Schwarm noch als Stützräder dienen.



Haben Sie eine Anregung oder Meinung zu dieser Arbeit? Dann schreiben Sie uns gerne an!

Forschungsgruppe „Verein 3.0“
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Über uns: Die Strukturen von „Verein 3.0“ werden von der informellen Gruppe „Forschungsgruppe Verein 3.0“ weiter erforscht und stets weitergedacht. Der Initiator zur Untersuchung und Konkretisierung von „Verein 3.0“ war der Konzeptdesigner, Herr Vincent Wind, der die Forschungsgruppe leitet.

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